Projekte

Model United Nations (MUN) – Diplomatie live erleben!

Der Seminarkurs Model United Nations bei "The Hague International Model United Nations" (THIMUN)

Model United Nations (MUN) gibt Schülern aus der ganzen Welt die Möglichkeit, sich mit aktuellen politischen Themen auseinanderzusetzen und mit der Welt der Diplomatie vertraut zu werden. Bei dieser Simulation der Vereinten Nationen bekommt jede Schul-Delegation einen Mitgliedstaat der UN zugeteilt und muss in den Debatten während der Konferenz diesen Staat gemäß seiner politischen Ausrichtung vertreten. The Hague International Model United Nations (THIMUN) ist mit mehreren tausend Teilnehmern die weltweit größte Konferenz. Dieses Jahr waren 72 Schulen aus 67 Ländern vertreten, darunter 12 Schüler des Kurfürst-Friedrich-Gymnasiums als Repräsentanten der Republik Tansania. Gemäß seiner Interessen vertrat jeder Schüler das Land in einer anderen Kommission, in denen über weltpolitische Themen debattiert wurde, die zum Beispiel Umwelt, Nachhaltigkeit oder Menschenrechte betrafen.

Nach Monaten intensiver Auseinandersetzung mit der Politik Tansanias, detaillierter Recherche über die jeweiligen zu diskutierenden Themen und dem Erlernen der Regeln der formalen Debatte auf Englisch, wie es auch in der UN gehandhabt wird, war unsere Delegation bestens für den Start der Konferenz vorbereitet.

Am ersten Tag stand Lobbying auf dem Programm. Dabei vergleichen und kombinieren die Delegierten der jeweiligen Länder ihre Resolutionen (Dokumente zur Lösung eines Problems) und kreieren eine gemeinsame Resolution mit vielen Lösungsvorschlägen zu einem Thema. Einigen Schüler/Innen unserer Delegation gelang es sogar, ihre zuvor vorbereitete Resolution mit einigen Änderungen einzureichen, welche sie dann bei der Debatte vorstellen durften.


In den darauf folgenden Tagen debattierten wir mit großem Interesse und Erfolg die jeweiligen Themen unserer Kommissionen. Dabei haben viele es nicht nur geschafft, die Mehrheit der Delegierten von ihrer Resolution zu überzeugen, sondern auch sogenannte Amendments (Änderungen) bei anderen Resolutionen hinzuzufügen, Reden für oder gegen andere Resolutionen zu halten und kritische und kontroverse Fragen an andere Delegierte zu stellen.

Das Freizeitprogramm kam trotz des straffen Zeitplans nicht zu kurz. Gemeinsames Abendessen und individuelle Gestaltung der Abende schufen ein klassenfahrtsähnliches Klima und lockerten die sonst sehr strukturierte und auch anstrengende Woche auf.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle Teilnehmer von der Konferenz begeistert waren. Obwohl es alle Überwindung kostete, auf Englisch vor vielen Personen zu sprechen und auf neue Leute zuzugehen, konnten wir alle die Zeit sehr genießen und haben viel dazugelernt. Es war sehr interessant, Personen aus anderen Ländern und Kulturen kennenzulernen und sich mit ihnen über weltpolitische Themen sowie über ihre jeweiligen Herkunftsländer zu unterhalten. Unsere Delegation war sogar so begeistert, dass wir uns im Anschluss an die THIMUN Konferenz direkt für die nächste MUN Konferenz in Baden-Württemberg angemeldet haben.

Beim Verein der Freunde möchten wir uns für die großzügige Unterstützung dieser Fahrt sehr herzlich bedanken.

Anna Herr, Ricarda Schmitt (Jahrgangsstufe 1)

 

"Model United Nations" (MUN) – Ein Rückblick

Building Civil Society Through Education – Der Seminarkurs Model United Nations 2018

Opening Speech (o. l.), 02 General Assembly (o. r.), Delegation of Namibia (u. l.), Luca und Rohan beim Beginn der Konferenz (u. r.)

Bei den THIMUN-Konferenzen kommen Jugendliche aus der ganzen Welt zusammen, um engagiert nach Lösungen für diese Probleme zu suchen. Sie sind dabei in Delegationen aufgeteilt, die je ein Mitgliedsland der Vereinten Nationen repräsentieren. Jede Kommission schreibt eine Resolution zu den vorgegebenen Themen aus der Warte des Landes heraus, das die Delegation der Schule vertritt. Sachverhalte müssen genau recherchiert werden, Standpunkte werden in „formal debates“ vorgestellt und eloquent vertreten, um die Unterstützung der anderen Delegierten zu erlangen, denn zum Abschluss entscheidet eine Abstimmung, ob eine Resolution angenommen oder abgelehnt wird. All dies erfordert große Sachkenntnis und auch Selbstbewusstsein, da die Auftritte vor der Gesamtheit der Delegierten stattfinden und die Konferenzsprache ausnahmslos Englisch ist – für Nichtmuttersprachler eine echte Herausforderung. Sicher keine leichte Aufgabe, aber wer sich darauf einlässt, kann davon nur profitieren.

Merging of Resolutions (o. l.), Resolution Speech (o. r.), Julia beim Fotowettbewerb (u. r.), Unmoderated Caucus / General Assembly (u. r.)

Der Seminarkurs „Model United Nations“ nahm – unter Leitung der Lehrenden Benjamin Krug und Ludgera Graw – vom 28. Januar bis 2. Februar 2018 an der 50. THIMUN-Konferenz in Den Haag, Niederlande teil, welche sich in diesem Jahr mit dem Leitthema „Building Civil Society Through Education“ befasste. Das KFG vertrat dabei das Land Namibia.

Ambassador Elias (l.), Delegates Julia and Maja (m) and Nikolaus (r.)

Die Teilnahme am MUN-Kurs bietet nicht nur eine Erweiterung des eigenen Blickfelds, da globale Probleme aus dem Sicht anderer Länder und Erdteile betrachtet werden, sondern auch eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Fertigkeiten im Englischen zu vertiefen. Englisch ist die einzig zugelassene Kommunikationssprache für Reden und Diskussionsbeiträge bei den Konferenzen, aber auch das schriftliche Formulieren wird geübt, da die Resolutionen ebenfalls auf Englisch abgefasst werden.

Friedenspalast (o. l.), Friedensbaum (o. r.), Nelson Mandela-Statue (u. r.), Peace Tree (u. r.)

Darüber hinaus gibt es bei den Konferenzen auch viele Gelegenheiten, sich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen und sie näher kennenzulernen. Viele dauernde Freundschaften sind auf diese Weise schon entstanden, ganz im Sinne der Forderung der Präambel der Charter der Vereinten Nationen, „to live together in peace with one another as good neighbours“.

Luca Steinhausen (Jahrgangsstufe 1)