Robotikwettbewerbe
Zwischen Nervosität und Triumph – die Robotik-AG des KFG bei der FIRST LEGO League

Seit den Sommerferien trafen sich die Mitglieder der Robotik-AG des KFG jeden Mittwoch, oft bis in den späten Abend hinein, um sich auf einen Wettbewerb vorzubereiten, an dem sie noch nie zuvor teilgenommen hatten: die FIRST LEGO League, einen internationalen Bildungswettbewerb, der technisches Denken, wissenschaftliche Neugier und Teamgeist in gleicher Weise fordert. Am 4. März 2026 war es schließlich so weit. Mit dem Ziel, Erfahrungen zu sammeln und die eigene Arbeit einem realen Maßstab auszusetzen, machte sich die Gruppe auf den Weg in die Donnersberghalle nach Rockenhausen.
Die Anspannung auf der anderthalbstündigen Fahrt war spürbar. Letzte Korrekturen am Vortrag, leise Zweifel, aber auch eine entschlossene Zuversicht begleiteten die Schülerinnen und Schüler. Als Neulinge anzutreten bedeutete vor allem: zuhören, beobachten, verstehen – wie ein solcher Wettbewerb funktioniert, was er verlangt und was er zu geben vermag.

Das diesjährige Thema der FIRST LEGO League lautete „Unearthed" – zu Deutsch: "Ausgebuddelt" – und stellte die Archäologie in den Mittelpunkt. Im sogenannten Robot Game galt es, einen selbst programmierten Roboter in 150 Sekunden möglichst viele vorgegebene Aufgaben erfüllen zu lassen. Drei Vorrunden, drei Versuche – gezählt wird nur das beste Ergebnis. Daneben präsentierte das Team sein Forschungsprojekt: eine mit Künstlicher Intelligenz ausgestattete Drohne, die anhand von Vegetationsanomalien verborgene archäologische Stätten aufspüren kann. Dort, wo unterirdisches Mauerwerk das Pflanzenwachstum beeinflusst, entstehen charakteristische Verfärbungen im Gelände – Muster, die die Drohne selbstständig erkennt und auswertet, ohne dass jedes Bild manuell gesichtet werden müsste.
Der Wettkampftag verlief mit all jenen Höhen und Tiefen, die echte Bewährungsproben auszeichnen. Die Punktzahlen im Robot Game schwankten, ein abfallendes Modul in der dritten Runde schien das Ergebnis zu besiegeln – und dennoch: Am Ende stand das KFG-Team auf Rang zwei der Vorrunden und zog ins Halbfinale ein. Auch wenn dort der Einzug ins Finale ausblieb, hielt die Preisverleihung eine unerwartete Wendung bereit. Dreifach nominiert – für die beste Präsentation, das beste Roboterdesign und die besten Grundwerte – wurde das Team schließlich als Champion des Regionalwettbewerbs ausgerufen. Damit war die Qualifikation für die nächste Runde gesichert. Ein Ergebnis, mit dem niemand gerechnet hatte.

Noch am selben Abend, nach der Rückkehr nach Heidelberg, wurde im Sportlehrerzimmer weitergearbeitet. Denn bereits am folgenden Morgen, dem 5. März, stand die Qualifikationsrunde an – dieselbe Halle, neue Gegner. Die nun antretenden Teams verfügten über langjährige Erfahrung und hatten sich gezielt auf diese Runde vorbereitet. Das KFG-Team trat ihnen mit Müdigkeit im Gepäck und Entschlossenheit im Blick entgegen. Im Testdurchlauf erzielte der Roboter 280 Punkte – mehr als je zuvor. In den Vorrunden folgten 215, dann 330 Punkte: eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vortag. Für das Viertelfinale reichte es dennoch nicht. Die Konkurrenz war schlicht erfahrener und besser eingespielt.
Und doch kehrten die Schülerinnen und Schüler am Abend mit einem Gefühl der Erfüllung nach Hause. Nicht weil alles gelungen war – sondern weil sie verstanden hatten, was es bedeutet, sich einer ernsthaften Herausforderung zu stellen, gemeinsam zu scheitern und dabei mehr mitzunehmen als jede Urkunde es auszudrücken vermag. Auf der Heimfahrt wurde bereits getüftelt: Was lässt sich verbessern? Welcher Wettbewerb kommt als Nächstes in Frage?
Die Antwort darauf wird die Robotik-AG im kommenden Jahr geben. Das Ziel ist klar: die nächste Qualifikationsrunde – und vielleicht das Deutschlandfinale.
Text: Zusammenfassung eines Jahrbuchberichts von Tamara Krage; Bilder: Nelson Krüger